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Sommerbrief 2002

Die VAUZ schreibt dem Mittelbau 

Liebe Kollegin, lieber Kollege

Bewegt sich etwas in der Hochschullandschaft? Im folgenden einige Schlaglichter auf aktuelle Themen.

Resignation oder Aktion?

Langsam neigt sich das Sommersemester 2002 dem Ende zu und viele hoffen, sich in der vorlesungsfreien Zeit wieder vermehrt der Forschungstätigkeit zuwenden zu können. Ich möchte mit den nachfolgenden Zeilen auch einige Anregungen für ein verstärktes universitätspolitisches Engagement geben. Zwar macht sich angesichts der einschneidenden, budget-bedingten Massnahmen (Stichwort gestoppte Berufungsverfahren) mancherorts Resignation breit, aber es gibt gute Gründe, sich für den Mittelbau einzusetzen!

Bologna, Ph.D., Tenure-Track …

Mit den Vorschlägen des Wissenschafts- und Technologierates sind die Diskussionen um mögliche Neuerungen der akademischen Karriere wieder in Gang gekommen. Eine kontinuierliche Auseinandersetzung unsererseits mit derartigen Themen ist dringend notwendig. Erste Umsetzungsvorschläge bei den Bologna-Ideen (M.A./B.A. und notabene auch Ph.D.-Studiengänge) zeigen, dass entweder eine Verlängerung der Ausbildungszeit droht oder potentiellen Gefahren einer rigiden Verschulung kaum bedacht werden. Es ist an der Zeit, dass wir unsere eigenen Fragen stellen – und uns auch um eigene Antworten bemühen: Wollen wir eine «Doktoratsschule»? Wäre das immerhin besser als gar keine Betreuung? Wollen wir mit Kreditpunkten für die Betreuung von Studierenden «belohnt/bezahlt» werden? Wäre eine vereinheitlichte Regelung aller akademischer Titel für uns eine gute Sache? Brauchen wir die Habilitation noch? Welche Gefahren bergen welche «tenure track» Systeme?

Fragen mit weitreichender Bedeutung

Viele VAUZ-Vertreterinnen und -vertreter in universitären Gremien können ein Lied davon singen, wie «verquickt» all die Geschäfte sind. Dass z.B. die Promotionsordnungen direkt davon betroffen sind. Dass auch eine Neuregelung der Lehrauftragsentschädigungen teilweise davon abhängt und dass damit wiederum Fragen zu Vertretbarkeit, Ausmass und Entschädigung von Lehrleistungen während der Assistenzzeit aufgeworfen werden. Aber auch Kreditpunkteregelungen, Ressourcenfragen, Lehrstuhlplanung, Gleichstellungsfragen usw. usf. werden oftmals davon berührt. Wer kann sich am besten für eine sinnvolle und faire Ausgestaltung dieser Reformen einsetzen, wenn nicht die davon direkt Betroffenen?

Fortschritte: Rahmenpflichtenheft

Zumindest an einer der Schaltstellen dieses Netzes, nämlich in Sachen «Rahmenpflichtenheft» für Qualifikationsstellen, scheint es endlich weiter zu gehen. Sobald die entsprechenden Modelle in die Vernehmlassung zu den Fakultäten und Instituten kommen, ist das Mitdenken und Mittun des Mittelbaus besonders gefragt. Eine sinnvolle Ausgestaltung dieser Leitplanken kann die akademische Laufbahn, die rechtliche und soziale Stellung für Assistierende nur fördern.

 

Besten Dank für Deine materielle, ideelle und tatkräftige Unterstützung.

Für die Vereinigung der Assistentinnen und Assistenten an der Universität Zürich (VAUZ)
Thomas Rothenfluh, Präsident