Die Universität war (und ist!) ein sehr hierarchischer Betrieb – der Mittelbau wurde als Hilfskräfte verstanden. Hans Rudolf Schelling im Gespräch mit Oriana Schällibaum

Hans Rudolf Schelling war VAUZ Ko-Präsident 1990 -1993.

Hans Rudolf Schelling studierte Psychologie, Soziologie und Philosophie, war später Assistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Sozialpsychologie. Er ist seit 2003 Geschäftsführer am Zentrum für Gerontologie ZfG und seit 2012 Präsident der Gruppe Universität Zürich des Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD).
 
Hans Rudolf Schelling spricht über die nach zwei Jahren schwindende Hoffnung, die VAUZ-Präsidentschaft wäre nur ad interim und darüber, was sie erreichen wollten als Mittelbauorganisation:
„Die Universität war ein sehr hierarchischer Betrieb (ist es immer noch) und wir kamen uns manchmal vor wie böse Buben und Mädchen, die etwas wollen und die man deshalb am besten ruhig stellt. […] Die Qualifikation war [damals] Privatsache, das sollten die Leute in ihrer Freizeit tun.“
„Unser Anliegen [bei der strukturellen Besoldungsrevision] war es, die wissenschaftliche Arbeit in die bezahlte Arbeit zu integrieren, und nicht für unsere Dienstleistungen viel mehr Lohn zu bekommen.“
 
Hans Rudolf Schelling ist überzeugt: „Hinsichtlich der Mitbestimmungsrechte bei den Berufungsverfahren haben wir wirklich viel erreicht!“
Doch muss er feststellen: „Flache Hierarchien haben sich nicht realisiert. Die Universität ist stärker formalisiert als früher, es sind zusätzliche Hierarchie-Stufen eingebaut worden.“
 
Geändert hat sich mit der Selbständigkeit der Universität Einiges: „Früher konnte man die Verantwortung immer auf die Erziehungsdirektion abschieben, an der Universität war nie jemand schuld, wenn etwas schief lief ...“
 
Und zur heutigen Lage meint er: "Ich finde es schade, wenn eine Stelle im Mittelbau nur der eigenen wissenschaftlichen Karriere dienen soll. Es braucht Beides, es sollen auch im Betrieb und in der Lehre Aufgaben übernommen werden.“
 
Und: „Es braucht eine Interessenvertretung [wie die VAUZ] – die Arbeitsbedingungen werden weiterhin ein Thema sein, die Qualifikationsbedingungen ebenfalls, vielleicht noch stärker als früher, denn der Druck auf die Qualifikation hat zugenommen.“